Rasant und arbeitsreich ging das Jahr 2025 zu Ende. Und wenn man diversen Vorhersagen Glauben schenken mag, wird sich daran auch 2026 so schnell nichts ändern.
Einige Projekte konnte ich erfolgreich abschließen, während neue Herausforderungen bereits ihren Anfang nahmen. Zeit ist daher momentan ein echtes Luxusgut. Trotz allem – und gerade deswegen – braucht es hin und wieder auch eine kleine Auszeit.
Inhaltsverzeichnis
Vier Tage raus
Genau diese ergab sich letzte Woche ganz spontan: ein kurzer Trip nach Böhmen, genauer gesagt in mein geliebtes Skigebiet Špindlerův Mlýn. Nach gut zwei Jahren Abstinenz vom Skifahren wurde mehr als deutlich, was mir gefehlt hatte.
Die Bedingungen hätten kaum besser sein können. Die Anfahrt verlief problemlos, kein Schneechaos, keine Staus auf den Straßen, dazu über die Tage hinweg fast schon frühlingshaftes Wetter. Ein leichter Nachtfrost hielt die Pisten in Form und sorgte zumindest bis zum Mittag für ideale Bedingungen.
Am Nachmittag merkte man den nicht ganz winterlichen Temperaturen dann allerdings doch ihren Einfluss an. Der Schnee wurde weicher und schwerer, was der Sache insgesamt jedoch keinen Abbruch tat. Auch die Nachsaison spielte der Gesamtsituation in die Karten: wenig Besucher, kurze Wege, kaum Wartezeiten. Am Lift beschränkte sich das Ganze meist auf wenige Minuten.


Das Hotel „Jelinek“ direkt im Ortskern von Špindlerův Mlýn wurde diesmal für vier Tage zur Herberge. Ein uriges Haus mit allem, was man sich wünschen kann. Dazu gehört auch das angeschlossene Restaurant mit seiner eigenständigen böhmischen Küche, die ich über die Jahre schätzen und lieben gelernt habe.
Für zusätzliche Gelassenheit sorgte auch diesmal wieder der GoPass. Den Skipass konnte ich bereits eine Woche im Voraus buchen, was sich natürlich in einem günstigeren Preis bemerkbar machte – gerade in heutigen Zeiten kein ganz unwichtiger Punkt. Vor Ort stellte sich damit eigentlich nur noch eine Frage: Wo geht es zum Lift?


Unterm Strich waren es vier perfekte Tage, um den Kopf freizubekommen und etwas Abstand vom grauen Arbeitsalltag zu gewinnen. Genau das sind diese kleinen Momente, in denen man die Batterien wieder auflädt, um danach mit klarem Kopf weitermachen zu können.
Neue Wege neben Bulli Herman
Und genau das ist auch das Stichwort für dieses Jahr. Seit dem Jahreswechsel laufen bereits die ersten Vorbereitungen für neue Abenteuer. Neben einigen Touren mit Bulli Herman habe ich für dieses Jahr vor allem das Thema Backpacking in den Fokus gerückt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem minimalen Reisen. Minimal meint in diesem Fall nicht nur das Gepäck, sondern ebenso das technische Setup. Auf beides werde ich an passender Stelle noch genauer eingehen und die Gedanken dahinter etwas ausführlicher vorstellen.
Ein kleiner Spoiler zum diesjährigen Reiseziel: Es wird heiß, sehr heiß. Und vermutlich werden diesmal weniger die Reise selbst als vielmehr die Temperaturen zur eigentlichen Herausforderung.
Mit Blick auf die aktuelle Gesamtlage, insbesondere auf die gestiegenen Spritpreise, war der Gedanke an Backpacking womöglich gar nicht die schlechteste Idee. Für Bulli Herman steht im Frühjahr ohnehin erst einmal der TÜV auf dem Zettel. Und was das mit sich bringen kann, haben wir beim letzten Mal schließlich schon gesehen – oder besser gesagt: erfahren. Ein Grund mehr also, sich rechtzeitig nach Alternativen umzusehen.


Vom Bild zum bewegten Moment
Ich sprach weiter oben bereits von einem neuen technischen Setup. Und genau an dieser Stelle wird sich in diesem Jahr einiges verschieben. Neben meiner geliebten Fotografie soll auch die Videografie deutlich stärker in den Fokus rücken. In einigen älteren Artikeln hatte ich bereits angedeutet, dass ich mich tiefer in dieses Thema einarbeiten möchte. Inzwischen ist aus diesem Gedanken längst mehr geworden als nur eine lose Idee.
Denn anders als bei einem einzelnen Bild reicht in der Videografie ein gutes Motiv allein oft nicht aus. Ein Ort kann noch so spannend sein, das Licht noch so schön fallen – am Ende braucht es mehr. Es braucht einen Blick für Abläufe, ein Gefühl für Timing, einen Plan, vielleicht sogar eine kleine Choreografie. Vor allem aber braucht es ein Verständnis dafür, wie aus einzelnen Einstellungen später etwas Eigenständiges entsteht. Erst im Schnitt, im Rhythmus, in Übergängen und im Zusammenspiel der Bilder beginnt das Material wirklich zu erzählen.
Genau darin liegt für mich momentan ein besonderer Reiz. Nicht nur Orte festzuhalten, sondern Stimmungen, Bewegungen und Spannungen in eine andere Form zu bringen. Weg vom bloßen Mitschnitt, hin zu kleinen filmischen Fragmenten, die mehr sind als nur Beiwerk. Auch technisch bedeutet das, sich neu einzuarbeiten: in Abläufe, Programme, Schnittlogiken und die Frage, wie man mit vorhandenem Material überhaupt sinnvoll arbeitet.
Aktuell bin ich deshalb dabei, ältere Aufnahmen aus dem vergangenen Jahr zu sichten. Material, das bislang eher auf Halde lag, soll nun nach und nach aufgegriffen und in kleine Filme übersetzt werden – passend zu einigen Berichten hier auf dem Blog. Vielleicht wird nicht alles sofort perfekt, aber genau darum geht es auch nicht. Es geht darum, anzufangen, zu lernen und dem Ganzen Stück für Stück eine eigene Form zu geben.
Unterm Strich …
Wenn ich all das zusammennehme, zeichnet sich für 2026 bereits eine recht klare Richtung ab – auch wenn vieles dazwischen wie so oft spontan entstehen wird. Im Mittelpunkt stehen neue Formen des Reisens, neue technische Herausforderungen und die Frage, wie wenig es manchmal eigentlich braucht, um unterwegs zu sein. Neben den vertrauten Touren mit Bulli Herman wächst damit zugleich der Wunsch, andere Wege auszuprobieren. Vor allem das minimale Backpacking rückt stärker in den Fokus.
Das passt nicht nur zu den Reiseplänen für dieses Jahr, sondern auch zu einem Gedanken, der hier auf dem Blog schon länger immer wieder auftaucht: Minimalismus nicht als Verzicht, sondern als bewusste Reduktion auf das, was wirklich zählt. Weniger Ballast, weniger Technik, weniger Überfluss – und vielleicht gerade dadurch mehr Raum für das Eigentliche. Für Eindrücke, Bewegung, Spontaneität und die kleinen Dinge am Wegesrand, die sich nicht planen lassen.
Gleichzeitig wartet auch auf technischer Ebene neues Terrain. Neben der Fotografie wird die Videografie in diesem Jahr eine deutlich größere Rolle spielen. Nicht nur als Ergänzung, sondern als eigenständiger Versuch, Erlebtes anders festzuhalten und neu zu erzählen. Wie genau das am Ende aussehen wird, bleibt offen. Und vielleicht ist genau das der spannendste Teil daran.
Alles dazwischen entsteht aus Neugier, aus dem Drang, Neues auszuprobieren, und aus der Lust, alte Muster auch mal hinter sich zu lassen. 2026 muss dabei nicht bis ins Letzte durchgeplant sein. Manchmal reicht schon eine grobe Richtung, um in Bewegung zu kommen.



