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#10 Bulliausbau – Camper Elektrik Part 1

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#10 Bulliausbau – Camper Elektrik Part 1

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Hinweis: Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt durchaus eine werbende Wirkung haben könnte, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt wurde!

Der größte Teil der Holzarbeiten vom Innenausbau ist jetzt abgeschlossen. In der nächsten Zeit (wahrscheinlich den gesamten Winter durch) wird es sich vorranging um die Camper Elektrik, Wasserversorgung und Reparaturen am Bulli drehen. Genau die Arbeiten, an denen man den lieben langen Tag rumfummelt und am Ende nix von zusehen ist.

Aber, auch diese müssen ja irgendwann gemacht werden! In diesem Post dreht es sich um die ersten Überlegungen zur Elektrik. Verschiedene Arbeiten zu diesem Thema fanden ja bereits im Frühjahr, bei der Isolierung des Wagens, statt. Als Nächstes folgen jetzt die Installation der Batterie und das Verkabeln der ersten Stromkreise.

Die Camper Elektrik im Bulli

An dieser Stelle möchte ich voran schicken das ich kein gelernter Elektriker bin. Alles was Du hier liest und siehst, stammt aus meinen gesammelten Erfahrungen vergangener Ausbauten oder ist gründlich Recherchiert. Der Nachbau ist auf eigene Verantwortung.

Die ersten, vorbereitenden Arbeiten zur Camper Elektrik sind bereits in einer frühen Ausbauphase passiert. Denn das Kabelverlegen gehört auch in diese Abteilung. Ein paar nützliche Worte dazu hatte ich bereits in diesem Artikel gemacht. Das Ergebnis war ein riesiger Kabelberg, der aus der Seitenverkleidung quillt und den es jetzt gilt, zu bändigen.

Erste Arbeiten bei der Camper Elektrik - Das Kabelverlegen unter der Verkleidung
Die Kabelverlegung für die spätere Elektrik

Ich habe mich dazu entschlossen, die jeweils einzelnen Elektroparts und Stromkreis separat aufzuführen und zu beschreiben und nicht eine unübersichtlichen Gesamtplan zu präsentieren. Das macht den Part Elektrik deutlich übersichtlicher und einfacher im Verständnis. 

Die Elektrik im Grundgedanken ist kein großes Hexenwerk, deutlich komplizierter wird es erst bei ausgefeilten Schaltungen und speziellen Installationen. Aber soweit soll es hier gar nicht gehen. In der Grundversorgung benötigen wir ein paar Lampen und Steckdosen sowie die Möglichkeiten, die Versorgerbatterie zu laden.

Bevor man sich allerdings an die Arbeit macht, sollte man sich zwei grundlegenden Gedanken zu seiner Camper Elektrik machen:

1.) Welche elektrischen Komponenten benötige ich in meiner Anlage? Aus der Beantwortung dieser Frage ergibt sich der benötigte Stromverbrauch, den man auf einen Tag oder eine Stunde runterbrechen kann.

2.) Wie decke und bekomme ich diesen, zuvor berechneten Strombedarf? Hiermit kläre ich die Frage des benötigten Speicherbedarfs (Batterie) und indirekt auch die Frage, wie lange ich autark bleiben möchte. Zum anderen klärt es die Frage, wie ich den Strom in den Akku bekomme.

Deinen tatsächlichen Stromverbrauch ermitteln

Für Deinen Stromverbrauch solltest Du dir eine kleine Übersicht Deiner Geräte erstellen und deren Verbrauch ermitteln. In diese Übersicht gehören nicht nur die fest verbauten Geräte sondern auch alle Verbraucher, die Du später über die Anlage betreiben möchtest. Das sind in der heutigen Zeit Ladegeräte fürs Handy und Kamera, Laptops und ähnliche Verbraucher. 

Jedes Gerät hat – zumeist auf dem Typenschild- eine Angabe über den Verbrauch, entweder in „Ampere“ (A) oder in „Watt“ (W). Für die Berechnung benötigen wie die „Ampere“ und aus diesen errechnen wir die „Ampere Stunden“ (Ah), die letztlich Deinen Verbrauch widerspiegelt. 

Findet sich eine Ampere-Angabe (A) auf Deinem Gerät, multipliziere sie mit den Stunden (h), in denen Du das Gerät nutzt. Die Formel dazu lautet:

A*h=Ah

Speziell bei den ganzen modernen Ladegeräten sollte man sich im Vorfeld einmal die Arbeit machen und die Ladezeiten checken. Schaue Dir an wie lange es braucht, bis Dein Handy und Laptop komplett aufgeladen sind. 

Haben Deine Verbraucher nur eine Wattangabe (W) auf dem Typenschild, kannst Du über diese Formel die Ampere (A) bestimmen und dann mit o.g. Formel mit der Zeit (h) verrechnen:

w/v=A

Das „V“ steht an dieser Stelle für die Voltzahl, auf die Deine Anlage läuft. Das wäre im Regelfall 12V, kann aber u.U. auch 24V sein. Nach diesen beiden Berechnungen solltest Du alle Deine Verbrauchen zusammentragen und in einer Tabelle erfassen.

Unterm Strich addierst Du die Spalte der „Ampere Stunden“ (Ah) und Du hast deinen tatsächlichen Stromverbrauch ermittelt. Hieraus ergibt sich jetzt der erste Hinweis wie eine etwaige Dimensionierung Deiner Versorgungsbatterie aussehen sollte. 

Ein einfacher Rechner in Excel zur Planung seiner Camper Elektrik
Kleiner Stromverbrauchsrechner in Excel

Ich habe Dir hier ein blanco Tabelle vorbereitet, die Du gerne nutzen darfst. Alle Formeln sind bereits hinterlegt, Du muss also nur die entsprechenden Werte von Deinen Geräten eintragen.

Wenn Du an der Ausarbeitung dieser Daten bis wirst Du schnell feststellen, dass sich für einige Verbrauche nur schwammige Angaben machen lassen. Die Ladezeit für ein Handy kann man berechnen aber wie lange ich eine Lampe pro Tag benutze, ist er schwieriger zu beantworten. Hier gilt, lieber eine Stunde mehr ansetzen als zu wenig! 

Die Versorgungsbatterie in Deinem Camper

Das zentrale Herzstück in Deinem Bus ist die Zweit- oder Versorgungsbatterie. Sie speist den Strom für alle Verbraucher, die Du dir in Deinen Bus einbauen möchtest. Das fängt bei einer Deckenlampe an und endet unter Umständen bei einem Flachbildschirm an der Wand. 

Die Wahl der richtigen Batterie - ein sorgfältige Entscheidung bei der Camper Elektrik
Welcher Typ ist der Richtige?

Daher gilt die nächste Überlegung dem benötigten Batterietyp, den hier gibt es sehr große Unterschiede, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Grundsätzlich kann man zwischen Blei-Säure-Batterien (SLI oder EFB), AGM-Batterien, Gelbatterien und Lithium-Batterien unterscheiden. Aber nicht alle eignen sich für den Einsatz als Versorgungsbatterie. Daher werfen wir mal eine kleinen Blick auf die verschiedene Kandidaten:

Blei-Säure-Batterien

Das sind die “klassischen” Bleibatterien, auch als “Nasszellen” bekannt. Eindeutiges Merkmal dieses Batterietyps ist der Verschluss mit einem Ventil, durch das der Sauerstoff und Wasserstoff beim Ladeprozess entweichen kann. Bei älteren Typen musst man in verschieden Wartungsinterwallen destilliertes Wasser nachfüllen, um den Verlust der Flüssigkeit durch das Gasen auszugleichen.

Bei den neueren, wartungsfreien Modellen ist dies nicht mehr erforderlich. Sie enthalten zumeist ausreichend Flüssigkeit, um die geplante Lebensdauer zu überstehen. Dieser Batterietyp, mit einer Laufzeit zwischen 3-5 Jahren, wird vornehmlich als Starterbatterie eingesetzt. In der Regel sind derartige Typen nicht besonders zyklenfest da sie bei einem normalen Startvorgang nur sehr wenig entladen werden.

Als Verbraucherbatterie sind diese Typen daher nicht zu gebrauchen.

AGM-Batterien

AGM-Batterien haben eine anderen Aufbau, das Elektrolyt ist in Glasfaser-Matten gebunden, die o.b. Flüssigkeit entfällt also bei diesen Batterietypen. Somit könnte dieser Typ theoretisch in jeder Lage verbaut werden. Die geringe Selbstentladung ist ein Vorteile und sie können – laut Hersteller – auch bei niedrigen Temperaturen längere Zeit ohne Nachladung auskommen.

Die Zyklenzahl bei diesem Typ schwankt von Hersteller zu Hersteller und sollte vor einem Kauf verglichen werden. Sie ist als Verbraucherbatterie geeignet, wenn auch nicht die idealste Variante. Ein Anschaffungsagument ist auf jeden Fall der „geringe“ Preis. Dem entgegen steht das Gewicht mit ca. 20-25 kg. 

Gelbatterien

Ähnlich den AGM-Batterien ist bei Gelbatterien das Elektrolyt gebunden in einem Gel. Die gelartige Konsistenz macht somit auch die Gelbatterien auslaufsicher. Zudem haben sie den Vorteil einer relativ hohe Zyklenzahl und die Selbstentladung ist noch einmal geringer als bei AGM-Batterien.

Gelbatterien sind ein ideal Kandidat für Verbraucherbatterien, wo viele Zyklen eher geringe Ströme benötigt werden. Punkten kann auch hier der Anschaffungspreis. Gegenargument ist, wie auch bei Bleisäure, – und AGM Batterien, das Gewicht.

Lithium-Batterien

Lithium-Batterien haben grundsätzlich andere Eigenschaften als Bleibatterien. Schaut man sich diverse Beschreibungen an, stellt man schnell fest, dass diese die idealen Verbraucherbatterien sind: deutlich geringeres Gewicht, sehr hohe Zyklenzahl, die Leistungsfähigkeit nimmt bei geringen Ladezuständen weniger stark ab als bei Blei-Säure-Batterien.

Die besondere Ladecharakteristik erfordert allerdings eine, auf diesen speziellen Batterietyp, abgestimmte Ladetechnik. Alle Lithium-Batterien werden daher mit einem Batteriemanagement-System ausgeliefert, die das System permanent überwacht. Entstehen Unregelmäßigkeiten, wird die Batterie sofort vom Bordsystem getrennt.

Und genau dies ist das große „Aber“ bei diesem Batterietyp. Blei-Säure-Batterien geben selten spontan den Geist auf sondern verlieren ihre Leistung über die Zeit. Auch in einem schlechter Zustand stehen u.U. noch wenige Amperestunden zur Verfügung. Bei einem mit Lithium-Batterien betriebenen System trennt das Management-System die Batterie vom System, was ein Totalausfall gleich kommt. 

Grundsätzlich ist aber dieser Batterietyp der ideale Kandidat als Verbraucherbatterie. Das größte Gegenargument (derzeit) ist der deutlich höhere Anschaffungspreis. Eine 100Amh Batterie bewegt sich bei ca. 1000,00 EUR, vergleichsweise AGM- oder Gelbatterien bei 100.00 EUR bis 250,00 EUR. Vor allem im Low-Budget Bereich wäre dies ein schlagendes Argument dagegen.

Entscheidend bei der Batteriewahl ist der Einsatzzweck des Fahrzeuges und der Anlage insgesamt. An ein Expeditionsfahrzeug, gebaut für eine Weltreise, stellen sich andere elektrische Herausforderungen als beispielsweise an einen Wochenend-Freizeit-Camper.

Fazit

Auch wenn es für den Moment ein noch etwas trockener Stoff war, diese grundlegenden Überlegungen sollte man nicht unterschätzen. Der Bereich Camper Elektrik ist, aus finanzieller Sicht, einer der größten Posten beim Umbau. Daher sollte man sich vorab einige Gedanken machen, bevor man überstürzt auf Shoppingtour geht. 

Im nächsten Beitrag zum Thema Camper Elektrik gehen wir in medias res. Ich zeige Dir, wie und wo ich meine Batterie verbaut habe. Zudem schauen wir auf die ersten Stromkreise, die sich mit der Frage befassen, wie wir unseren Stromspeicher laden können.

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