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Die Faszination der Lost Place Fotografie

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Die Faszination der Lost Place Fotografie

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Die Motive sind oft von einer geheimnisvollen und melancholischen Atmosphäre geprägt, die einzigartige Bilder und Geschichten hervorbringt.

Verfallene Fabriken, verlassene Krankenhäuser und verwaiste Freizeitparks: Die Lost Place Fotografie zieht immer mehr Menschen in ihren Bann.

Ein Versuch, dieses spezielle Photo-Genre einzuordnen.

Inhaltsverzeichnis

Lichtbildkunst der anderen Art

In der Fotografie gibt es die unterschiedlichsten Genres und das ist nicht zuletzt den vielfältigen Motiven um uns herum geschuldet.

Irgendwo zwischen der Landschafts- und Architekturfotografie rangiert eine etwas speziellere Richtung der Lichtbildkunst, die Lost Place Fotografie. Oft hört man in diesem Zusammenhang auch von „Urban Exploration“ oder kurz gesprochen, „Urbex“.

Wirft man nun einen genaueren Blick auf diesem Bereich fällt auf, dass diese spezielle Genre weit mehr beinhaltet als nur das reine fotografieren.

Zwischen ästhetische Anziehungskraft und historischer Dokumentation

Die Lost Place Fotografie hat einen ganz einzigartigen visuellen Reiz. Motive bieten hierbei nicht die modernen gläsernen Fassaden oder architektonischen Errungenschaften unserer Zeit, sondern die verlassenen Objekte vergangener Tage − ihr verblasster Charme und ihre Geschichten − die sie zu erzählen haben.

Die Patina von Verfall, die Farben und Texturen von Rost und abblätternder Farbe, das Zusammenspiel von Licht und Schatten schaffen eine besondere Atmosphäre, die in der Fotografie einen starken künstlerischen Ausdruck findet.
Jeder dieser verlassene Ort erzählt seine ganz eigene Geschichte.

Das Ablichten solcher Plätze bewahrt die Spuren der Vergangenheit und wird so zu einer dokumentarischen Zeitreise. Ein visuelles Archiv, das vergangene Epochen, Lebensweisen und Architekturen für die Nachwelt festhält.

Lost Place Fotografie hält die Schönheit des Zerfalls fest. Den diese Orte sind im Begriff, vollständig zu verschwinden, und ihre Fotografie wird zu einer Art Memento mori, einer Erinnerung an die Vergänglichkeit und die Veränderlichkeit der Welt.

Nicht zuletzt ist es auch eine Reflexion über Urbane Entwicklungen. Verlassene Orte sind oft das Ergebnis von wirtschaftlichen, sozialen oder politischen Veränderungen. Die Aufnahmen regt zur Reflexion über urbane Entwicklung, wirtschaftlichen Wandel und die Konsequenzen menschlicher Entscheidungen an.

Sie zeigt auf, wie eng die Schicksale von Gebäuden und Gemeinschaften miteinander verknüpft sind.

Romantik des Zerfalls

Lost Place Fotografie ist eine Momentaufnahme in einem immer währenden schleichenden Prozess. Eine künstlerische Dokumentation der Leere, Verlassenheit und dem einsetzenden Zerfall verschiedenster, unter Umständen historisch wertvoller Immobilien.

So wie man die maroden und stillgelegten Gebäude vorfindet und ablichtet, werden sie nie wieder zusehen sein.

Auf einer „philosophischen“ Ebene ist es auch eine Suche nach dem Unperfekten als Gegenpol zu einer westlich geprägten Idealvorstellung von Schönheit und Perfektion. Eine Art Aufgeschlossenheit für die kleinen Details des Alltags, die einen ganz neuen Blick auf die Dinge erlauben.

Schönheit kann auch aus der Hässlichkeit hervorgelockt werden, den sie ist ein veränderlicher Bewusstseinszustand, ein besonderer Augenblick der Poesie und Anmut.

Und nicht zuletzt ist es die Einsicht in das Vergängliche. Alles nähert sich unerbittlich dem Nichts und gerät schließlich in Vergessenheit. Für diesen einen kurzen Moment kann man sowohl Begleiter als auch Zeuge auf diesem unumkehrbaren Weg sein.

Lost Place Fotografie - Ein langer Flur in der Beelitzer Lungenklinik

Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren.

Vincent van Gogh

Lost Place Fotografie als künstlerischer Ausdruck

Lost Place Fotografie bietet immense kreative Möglichkeiten. Fotografen können mit verschiedenen Techniken experimentieren, um die einzigartige Stimmung dieser Orte einzufangen.

Langzeitbelichtungen, HDR-Fotografie und ungewöhnliche Perspektiven sind nur einige der Techniken, die häufig verwendet werden.
Insgesamt bietet die Lost Place Fotografie eine tiefgründige und mehrschichtige Möglichkeit, sowohl künstlerische als auch dokumentarische Aspekte der Fotografie zu erforschen.

Sie verbindet Ästhetik, Geschichte und Abenteuer zu einem faszinierenden Ganzen.

Lost Place Fotografie - Lungenheilanstalt Hohenlychen

Wie alles begann

Die Lost Place Fotografie, wie wir sie heute kennen, entstand in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und gewann in den frühen 2000er Jahren an Popularität.

Wie jedes Genre machte auch die Lost Place Fotografie eine Entwicklung durch, die zur Entstehung und Verbreitung dieser Art der Fotografie beigetragen hat.

Die Wurzeln der Lost Place Fotografie liegen in der urbanen Erkundung, auch bekannt als Urbex. Urbex ist das Erforschen und Dokumentieren von verlassenen oder versteckten städtischen Orten.

Diese Praxis begann in den 1980er und 1990er Jahren an Popularität zu gewinnen, als Fotografen und Abenteurer begannen, verlassene Gebäude, Industrieanlagen und andere verfallene Orte zu erkunden und zu fotografieren.

Mit dem Aufkommen der digitalen Fotografie und der Verbreitung des Internets in den 1990er und 2000er Jahren wurde es einfacher, Fotos zu machen, zu bearbeiten und zu teilen. Dies trug dazu bei, dass die Lost Place Fotografie populärer wurde, da Fotografen ihre Arbeiten online präsentieren und mit Gleichgesinnten weltweit in Kontakt treten konnten.

Dokumentationen, Bücher und Filme über verlassene Orte und urbane Erkundung trugen ebenfalls zur Popularität der Lost Place Fotografie bei. Filme wie “Stalker” (1979) von Andrei Tarkovsky und Bücher wie “The World Without Us” (2007) von Alan Weisman regten das Interesse an verlassenen und verfallenen Orten an.

Eine noch breiter Aufmerksamkeit erfuhr das Genre über die in jüngster Vergangenheit zahlreichen produzierten Dokumentationen für Video und TV.

Eine Subkulturelle Bewegung

Urbex und Lost Place Fotografie entwickelten sich über die Jahre zu einer subkulturellen Bewegung, die durch Online-Communities und soziale Medien verstärkt wurde.

Plattformen wie Flickr, Instagram, YouTube und spezialisierte Foren ermöglichten es Fotografen, ihre Entdeckungen und Techniken auszutauschen und damit eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.

Dies führte letztlich auch zu einer künstlerischen Anerkennung der Lost Place Fotografie in der Kunstwelt. Fotografen wie Yves Marchand und Romain Meffre, deren Arbeiten verlassenen Orten wie Detroit gewidmet sind, erlangten internationale Bekanntheit und trugen dazu bei, diese Art der Fotografie in den Fokus der Kunstszene zu rücken.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Lost Place Fotografie eine relativ junge Kunstform ist, die sich in den letzten 30 bis 40 Jahren entwickelt hat, unterstützt durch technologische Fortschritte und kulturelle Trends.

Unterm Strich

Das Erkunden verlassener Orte ist nicht zuletzt mit einem Gefühl von Spannung und Abenteuer verbunden. Man betritt oft unbekannte und unzugängliche Bereiche, was sowohl ein Nervenkitzel als auch eine Herausforderung sein kann.

Dies trägt zur Faszination und zum Reiz der Lost Place Fotografie bei.
In diesem Sinne, eine erfolgreiche Photojagd!

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