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#16 Bulliausbau – DIY Dachträger für Solarpanel

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#16 Bulliausbau – DIY Dachträger für Solarpanel

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Hinweis: Dieser Beitrag enthält Werbelinks, gezeichnet mit einem (*).

Ohne Frage, eine der sinnvollsten Investitionen an einem Camper Van ist eine kostenlose und zudem grüne Energiequelle. Daher stand von Anfang an die Montage einer Solaranlage auf dem Zettel.

Die noch offene Frage war eigentlich nur das wie? Die alten T4 Modelle verfügen bekanntlich über keine Regenrinne oder ähnliche Befestigungsmöglichkeiten für einen Dachträger. Daher galt es eine andere, flexiblere Lösung zu finden. Wie ich dies bei mir umgesetzt habe, zeige ich Dir in diesem Beitrag.

Eine passende Lösung muss her

Spätestens bei der Fertigstellung der Elektroanlage kam die Überlegung auf, wie ich meine Solarplatte(n) auf das Dach bekomme. Die Erkenntnis der Stunde: Ein Dachträger muss her!

Bei der Recherche nach einer passenden Lösung wurde ich schnell fündig. Es gibt einige Standardvarianten und das auch für schmales Geld bei Ebay und Co. Allerdings gab es zwei Punkte, die mich gestört haben. Zum einen kommen handelsübliche Träger sehr wuchtig daher. Zum anderen die „nur“ geklemmte Befestigung am Fahrzeug. Beides Punkte die mir für den Moment nicht zusagen.

Zudem kam noch die Budgetfrage, somit standen auch Pro-Systeme, wie beispielsweise von „Frontrunner“ nicht zu Debatte. Somit blieb unterm Strich nur, selbst Hand anlegen mit einer passenden DIY Idee!

Vom Boden auf das Dach

Um überhaupt ein Trägersystem auf das Dach zu bekommen, galt es erst einmal eine solide und – viel wichtiger – flexible Befestigungsmöglichkeit zu finden. Inspiration fand ich im eigentlichen Bereich der Ladungssicherung für Transportfahrzeuge.

Ein smartes DIY Dachträgersystem für den Bulli

Der Grundgedanke ist hier die Schaffung flexibler Befestigungspunkte mittels Airline-Schienen in der Bodenplatte. Das Prinzip sollte doch auch auf dem Dach funktionieren? Idealerweise passt das Airlineschienen System exakt in die Dachsicke des T4´s.

Letztendlich schaffe ich mir mit so einer Montage unzählige, frei wählbar Befestigungspunkte auf dem Dach. Die perfekte Basis für meinen weiteren Aufbau!

Montage Airlineschienen

Die eigentliche Montage gestaltet sich dann recht einfach. Die Airlineschienen sind in verschieden Längen von 0,5 m bis 2 m lieferbar. Zudem sind sie bereits alle 10 cm für eine mechanische Verbindung (gesenktes Bohrloch) vorgearbeitet.

Bei meinem Aufbau habe ich die Schiene vollflächig mit Sikaflex verklebt und zusätzlich mit einigen Schraubverbindungen durch das Dach gesichert. Als zusätzlichen Schutz vor eindringendem Wasser wurde zudem Rechts und Links der Schiene der Spalt zum Dachblech vollständig mit Sika geschlossen.

Die voll verklebte und verschraubte Airline-Schiene in der Dachsicke

Für die mechanische Befestigung bieten sich dann zwei Möglichkeiten an. Die einfachere Methode ist die klassische Schraubverbindung. Etwas komfortabler gestaltet sich der Aufbau mit sogenannten Einpressmuttern. Letzteres erfordert jedoch den Besitz einer passenden Zange. Beides – versteht sich – mit A2 oder A4 Bolzen, um dem kommenden Rost vorzubeugen.

Idealerweise passieren solche Arbeiten bevor Du deinen Dachhimmel im Fahrzeug montierst, um die Befestigungen darunter zu verstecken. Der Gedanke kam bei mir mal wieder etwas zu spät. Meinen Dachhimmel dann noch mal zu demontieren kam allerdings nicht in Frage. Somit habe ich jetzt einige Befestigungspunkte mehr an der Decke, für Kleiderhaken u.ä.. 😉

Die Dachdurchführung

Dann galt es noch den „perfekten“ Platz zu finden, um das Kabel auf bzw. durch das Dach zu führen. Standardmäßig werden die Solarplatten mit vormontiertem AWG Stecker geliefert. Dazu gibt es dann auch ein Verlängerungskabel mit den passenden Gegenstücken.

Das Kabel wird letztlich auf dem Dach zusammengesteckt, muss dann irgendwie durch das Dach geführt werden, weiter durch den Innenraum bis zu Deiner E-Schaltzentrale, respektive dem Solarladeregler. Auch so eine Arbeit, die Du so ziemlich am Anfang Deines Ausbaus erledigen solltest. Das eigentliche Bohrloch wird dann mit einer einfachen Kunststoff-Dachdurchführung verschlossen.

Dachdurchführung mit Verlängerungskabel

Im Idealfall platziert sich die Kabeldurchführung direkt unter den Solarplatten, wenn es dann passt. Das muss aber von Fall zu Fall und natürlich auch vom Innenraum abhängig gemacht werden. An der gefundenen Stelle geht es dann dem Blech, mit einem 20 mm großem Loch, an den Kragen. Und nicht vergessen, den Ausschnitt mit Rostschutzfarbe zu behandeln! Es empfiehlt sich dann auch, einen Kantenschutz um das Loch zu legen, damit die durchgeführten Kabel nicht abscheuern können.

Darüber wird die Kunststoffhaube auf dem Dach wasserfest verklebt und zusätzlich verschraubt. Die durchgeführten Kabel sollten auf dem Dach knapp aber ausreichend bemessen sein, damit Du sie später ohne Zug am Querträger befestigen kannst.

Das Grundgestell für den Träger

Für das Grundgestell galt es erst einmal passende Winkel zu finden, die ich dann auf meine Bedürfnisse anpassen konnte. Ein gut bestückter Bau- oder Gartenmarkt hat hier eine große Auswahl. Ausgangspunkt bei mir waren einfache aber massive Balken-Winkel (180x120x40) mit einem sehr langen Schenkel, die für mein Vorhaben ideal waren.

Die final ausgerichteten Träger

Diese wurden dann passend eingekürzt, neu gebohrt und gesenkt und entsprechen gebogen. Das Knifflige an der Sache war, die richtigen Neigungen zu finden, um die Dachrundungen des Bulli´s auszugleichen. Das waren dann schon mal einige Gänge zum Schraubstock und zurück. Deutlich einfacher werden dann die drei weiteren Kopien, wenn der erste Prototyp steht.

Querträger und Solarplatte

Die Querträger habe ich aus einer 2,5 m lange Alustange auf die passenden Längen zugeschnitten und die Enden mit den Kunststoff-Gleitern verschlossen. Danach werden sie auf den U-Trägern mittig ausgerichtet und mit einer Bolzenverbindung fest verschraubt. Somit standen die beiden Träger! Nun galt es noch die ideale Position der beiden Träger zu finden, um die Solarplatte zu montieren.

Der finale Aufbau des DIY Dachträger für Solarpanel
Das Trägersystem mit dem Solarpanel

Das Panel bekam an den Ecken der Querseiten jeweils einen kleinen Aluwinkel angenietet. Mit diesen wurde die Platte dann auf dem Querträger verschraubt. Bei mir passte die Verbindung idealerweise genau auf die Verschraubung zum U-Träger. Somit konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Alle Bauteile bekamen im Finish einen matt, schwarzen Anstrich, der Professionalität Wegen. 😉 Nun noch die Steckverbindung und losen Kabel am Träger verstecken und befestigen. Fertig ist da mobile „Solarkraftwerk“!

Materialliste

Wenn Du einen Nachbau in dieser Art und Weise planst, hier eine Zusammenstellung aller verbrauchten Materialien:

2x Airline-Schienen in 1.5 m Stücken

4x Schraubfittinge für das Airline-System (M8x25)

1x Sikaflex 251 schwarz

1x Alu-Quadratrohr 25x25x2, 250 mm lang

4x Balkenwinkel (180x120x40)

1x Dachdurchführung Kunststoff schwarz

4x Kunststoff Gleiter (Endkappen)

Div. Schrauben, Bolzen, Muttern, Unterlegscheiben und Nieten A2 oder A4, Kabelbänder und 1 Dose Lackspray matt schwarz

1x Solarpanel Offgridtec 100 W

1x ANFIL Verlängerungskabel für Solarpanel mit 10AWG Stecker und Buchse (6m/St)

(Das Solarpanel und Verlängerungskabel ist optional und abhängig von Deiner gesamten Anlage)

Die Kosten des gesamten DIY Trägers in dieser Form belaufen sich auf ca. 160 EUR. Im Preis enthalten sind alle Verbrauchs- und Kleinteil aber nicht die Solarplatte/n und das Verlängerungskabel.

Der finale Aufbau

Unterm Strich

Mit dem Airlineschiene habe ich erst einmal eine flexible Befestigungsmöglichkeit auf dem Dach, das mir für die Zukunft viel Raum für weitere Aufbauten bietet. Und ich denke mal, da wird in nächster Zeit noch einiges kommen.

Zudem habe ich mit der momentanen Lösung einen stabilen und smarten Dachträger der seinen Zweck erfüllt und nicht allzu sehr aufträgt. Vor allem der optische Gesichtspunkt war ja ein Kriterium, warum ich mir diese Arbeit gemacht habe. Unterm Strich also ein passabler und verhältnismäßig günstige DIY Dachträger für Solarpanel.

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