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#5 Bulliausbau – Der gesamte Innenraum

Lesestoff für 10 Minuten

#5 Bulliausbau – Der gesamte Innenraum

Lesestoff für 10 Minuten

Nach dem nun die gesamten Isolierungsarbeiten abgeschlossen sind, geht es an die Verkleidung des Innenraumes. Den möchte ich an dieser Stelle in drei große Bereiche einteilen: Decke, Seitenverkleidung und Bodenplatte. Neben der eigentlichen Isolierung waren in der Vorbereitung auch weitere Arbeiten nötig, die ich an dieser Stelle schon einmal vorgestellt habe.

Die Seitenverkleidung im Innenraum

Wie ich es an anderer Stelle schon mehrfach angesprochen habe, nutze ich die vorhandene, alte Seitenverkleidung aus meiner Caravelle. Das hat zwei ganz banale Hintergründe. Zum einen mag ich die geschwungenen, runden Formen lieber als eine gerade Wand und zum anderen war es eine Kostenfrage – vorhandenes nutzen vs. neu kaufen und anfertigen.

Die alte Seitenverkleidung mit den bespannten, sichtbaren Bereichen
Die alte Seitenverkleidung mit den bespannten, sichtbaren Bereichen

Den etwas ramponierten Gesamtzustand der vorhandenen Verkleidungen habe ich mit schwarzem Bespannstoff ausgekleidet. Hauptsächlich haben alle Bereiche, die später nicht von Möbeln verdeckt sind, eine Bespannung bekommen. Das sind hauptsächlich alle Kanten zu den Türgummis sowie die sichtbaren Bereiche zum Deckenansatz.

Bedingt der Altkonstruktion zur originalen Multivan Decke ergab sich hier ein Absatz, in dem ich sauber die neue Decke einarbeiten konnte, ohne mit irgendwelchen Deckleisten zu arbeiten. Die Verarbeitung des Bespannstoffes habe ich an dieser Stelle schon einmal näher ausgeführt.

Neben einer gründlichen Reinigung bekamen die Verkleidungsteile zusätzlich verschiedene Öffnungen für die ganzen Kabelbäume. Bei der Wiedermontage habe ich zusätzlich und vorsorglich mehrere neue Befestigungspunkte ausgewählt, da die alten Originalpins von VW teilweise kaputt oder verschwunden waren. 

Die alten Staufächer rechts und links der Hecktür werden ebenso wieder genutzt wie der vorhandene Luftschacht für die originale Deckenbelüftung. Da der Luftschacht auf der Beifahrerseite ein gesamtes Formteil ist, war die Überlegung, wie man diesen „toten“ Raum anderweitig nutzen könnte. Die neue Idee dazu ist, nicht wie ursprünglich angedacht ihn mit einem Hochschrank zu umbauen, sondern den Schacht separat als einen Schrank zu konstruieren.

Das heißt, die Beifahrerseite bekommt jetzt nur noch eine fensterhohen Schrank und im hinteren Bereich nutze ich die vorhandene Struktur vom Luftschacht für einen integrierten Ablagefächer. Spart an der Stelle etwas Holz und somit auch Gewicht, auch wenn nur geringfügig. Aus ästhetischer Sicht behalte ich so auch die runden Formen bei, die mir persönlich besser gefallen. Wie ich einige Sachen im Detail lösen werde, kommt dann an gegebener Stelle zur Sprache.

Kurze Anmerkung zum Bespannen/Bekleben der Formteile: Wie sich jetzt nach einigen Tagen herausgestellt hat, klebt der Bespannstoff auf der Verkleidung der oberen Teile recht gut. Auf den unteren Pappen, die zusätzlich mit einem Lederimitat bespannt sind, löste sich bereits nach einigen Tagen der Bespannstoff wieder. Aus irgendwelchen Gründen scheint das Lederimitat den Kleber nicht dauerhaft zu halten bzw. nicht zu vertragen. An den oberen Teilen gibt es dahingehend keine Probleme, da sie aus Kunststoff sind. Sorgen machen mir mehr die unteren Teile. Da merkt man doch gleich wieder, dass Sprühkleber nicht gleich Sprühkleber ist!

Derzeit heißt es an zwei Stellen bereits nacharbeiten. Da mir zu diesem Zeitpunkt noch die Bespannung der Seitentürverkleidung fehlt, werde ich hier mal den Versuch unternehmen, zumindest auf den geraden Flächen das Lederimitat abzulösen, um nur auf der reinen Pappe zu arbeiten. Davon verspreche ich mir im Moment die besseren Chancen. Ansonsten würde ich sagen, reicht ein normaler Sprühkleber nicht aus, um eine dauerhafte Verbindung zu schaffen. Da muss man dann mit schwereren Geschützen ran! 

Ein zweiter Punkt, der jetzt aufgefallen ist, die Bespannung der Heckklappe trägt durch den Stoff/Filz so extrem auf, dass die Schließung der Heckklappe derzeit sehr schwergängig geworden ist. Wahrscheinlich war sie bereits sehr knapp eingestellt, nur mit der originalen Verkleidung. Jetzt sind noch 5 mm Filz rund rum dazugekommen sind, da wird es an manchen Ecken wohl recht knapp.

Den Punkt sollte man allerdings bei allen Teilen berücksichtigen, da sich die einzelnen Teile an vielen Stellen überlappen. Pro Teil sind das dann immer 5 mm mehr an Wandstärke, das macht sich bemerkbar. Dahingehend geht es jetzt erst mal daran, Lösungen für diese kleinen Unannehmlichkeiten zu finden.

Bulliausbau Innenraum - Die Spanten unter dem Dach als Aufnahme für die Profilhölzer
Die Unterkonstruktion der Decke
Bulliausbau Innenraum - Neue Decke trifft auf die alte Verkleidung
Sauberer Übergang vom Seitenteil zum Deckenholz

Die Decke im Innenraum

Den Bereich der originalen VW-Decke habe ich durch eine Holzdecke ersetzt. Das Holz ist nichts Besonderes, Ausgangsmaterial sind schlichte Profilhölzer aus dem Baumarkt. Tanne/Fichte in der klassischen B-Sortierung, wie man es für die normalen Decken- oder Wandausbau kennt. Bereits vor den Isolierungsarbeiten habe ich mir eine Unterkonstruktion an den Holm angebracht, die der leicht gewölbten Deckenform folgen und mir die Möglichkeiten der späteren Deckenbefestigung liefert. Ich wollte lange, sichtbare Schraubenreihen am Himmel vermeiden, daher ist die Decke hauptsächlich verdeckt geschraubt und befestigt.

Passend abgelängt reicht die Decke vom hinteren Quer Holm bis zum Ansatz der alten Decke im Fahrerbereich, so wie auch im Original die beiden Deckenteile getrennt sind. Den entstandenen Absatz werde ich späte mit einer neuen Abdeckleiste versehen, die gleichzeitig eine Gardinenschiene beinhalten wird, um Fahrerkabine und Innenraum zu trennen.

Bulliausbau Innenraum - Erster Probelauf für die rohe Decke
Erster Probelauf mit der rohen Decke

Die Profilhölzer habe ich noch entsprechend aufgearbeitet. Sie bekamen zuerst eine Feinschliff mit einer 120er-Körnung. Dann ging es an das Beizen (Färben) der Bretter. Da die gewählte B-Sortierung bedingt der zahlreichen Astlöcher keine kontinuierliche Farbannahme garantiert, ergaben sich so teils dunklere Stellen in diesen Bereichen.

In der gesamten Optik ergibt sich jetzt ein etwas rustikaler Look, der mir persönlich sehr gut gefällt. Sicherlich ist dies eine Geschmacksfrage, dem Einen oder Anderen wird es weniger zusagen? Ihr könnt ja mal ein Kommentar dazu da lassen.

Bulliausbau Innenraum - Profilhölzer im Zwischenschliff
Zwischenschliff nach der ersten Lackschicht
Bulliausbau Innenraum - Frisch gebeizte Profilhölzer
Die geschliffenen und gebeizten Profilhölzer

Im nächsten Schritt folgten zwei Lackschichten in Seidenmatt. Mehrere Lackschichten haben den einfachen Hintergrund, dass sich bei jeder Lackschicht einzelne Fasern des Holzes wieder aufstellen. Dies merkt man deutlich, wenn man nach dem Durchtrocknen mit der Hand über die Fläche fährt. Sie fühlt sich irgendwie „Rau“ an.

Daher eine Schicht Lack auftragen, trocknen lassen und die Oberfläche mit einem Zwischenschliff in min. 320 Körnung schleifen, beim ersten Durchgang. Dann die nächste Schicht Lack und wieder auf Glätte prüfen. Sollte die Oberfläche immer noch rau erscheinen, wieder einen Zwischenschliff, diesmal aber mit feinerem Papier (eine 400 Körnung oder höher). Dies könnte man bis zur perfekten spiegelglatten Fläche vorführen, wenn man wollte.

Beispielsweise bei sogenannte Schellackoberflächen können gut und gerne mal bis zu 40 Lackschichten aufgetragen werden, wobei die Letzteren dann mehr poliert als geschliffen werden. Aber soweit sollte es an meiner Decke nicht gehen, nach der zweiten Lackschicht hatte ich bereits eine passabel, glatte Oberfläche.

Bulliausbau Innenraum - Verdeckte Befestigung der Deckenhölzer
Verdeckte Befestigung von Profihölzern
Bulliausbau Innenraum - Die fertige Decke
Die fast fertig verbaute Decke im Bulli

Die Bodenplatte

Für die Bodenplatte bieten sich viele Materialien an. Viele, habe ich in einigen Videos und Blogs gesehen, verwenden die originale Bodenplatte, insoweit vorhanden. Macht auch am meisten Sinn, denn diese passt perfekt und schont die Ressourcen. Auch oft verwendet, klassische Verlegeplatten aus Rauspann. Durch die Abplattungen kann man diese natürlich perfekt aneinander stückeln.

Aus meiner Sicht und so kenne ich es von früheren Ausbauten, ist die perfekte Bodenplatte aus einer einzigen Multiplexplatte. Multiplex sind verleimte Sperrholzplatten (Birke o. Kiefer), die zusätzlich an der oberen und unteren Seite versiegelt sind. Sehr formstabil und robust dank sieben miteinander verleimter Lagen, wasserabweisend durch eine Beschichtung aus Phenolharz.

Die perfekte Form einer Bodenplatte

Um die perfekte Form auf die Holzplatte zu übertragen, gibt es einen simplen Trick. Die Mittelachse! Zeichne dir zuerst im Auto eine Mittellinie von vorne nach hinten ein, dasselbe auf der neuen Bodenplatte. Nun kannst du an der Fahrerseite oben beginnen, mit einer Pappe als Schablone die ersten Formen abzunehmen und sie auf die Bodenplatte übertragen. Die Lage Deiner Schablone auf dem Holz wird immer von der Mittellinie zur breitesten Stelle bestimmt. Dasselbe Szenario dann auf der Beifahrerseite.

Der richtige Bodenplatten-Zuschnitt für den Van
Eine Bodenplatte richtig anfertigen

Als Nächstes legst Du von der oberen Kante (Fahrerkabine) zur Vorderkante Radkasten die Entfernung fest. Jetzt wieder eine Pappschablone für die Radkästen anfertigen. Den Anfang der Radkästen hast Du bereit vermessen, zweites Maß ergibt sich wieder von der Mittelachse aus gemessen.

Zur Sicherheit kannst Du Dir von der oberen Kante auch das hintere Maß der Radkästen abnehmen, somit ergibt sich ein mögliches Feld, in das Deine Radkastenschablone reinpassen muss. Genauso verfährst Du dann auch mit den beiden Ausbuchtungen hinter dem Radkasten. 

Die gesamte Passform sollte nicht zu perfekt sein, vermeide das die Holzplatte direkt an das Metall anliegt. Dies könnte später Geräusche verursachen, die im Nachgang nur schwer zu beheben sind. Idealerweise versiegelt man die gesamte Platte nach dem Verlegen rundherum mit Sika, um einerseits o.g. Geräusche restlos zu eliminieren und zu anderen eine Versieglung gegen Wasser und Schmutz zu bekommen.

Die Eintrittsstufe kann man auch über die oben beschriebene Technik bereits im Vorfeld anzeichnen oder man legt die Platte einmal zu Probe rein, um eventuell an einigen Stellen nachzubessern und überträgt dann dabei die Stufenform. Am Einstiegsbereich gibt es, je nach Ausbau, immer diverse Eigenarten.

Zum einen muss man eine schöne, eckige Form finden, die auf das runde Original passt. Zum anderen planen viele überstehende Möbel im Einstiegsbereich. Hier würde ich in jedem Fall die Bodenplatte um diesen Bereich erweitern. Wenn alles übertragen ist und der Sitz der Bodenplatte perfekt ist, geht es an das Aussägen mit einer Stichsäge. Die Schnittkanten sollten danach wieder versiegelt werden mit einer Farbe oder Holzlack.

Unterkonstruktion der Bodenplatte

Du kannst eine zusammenhängende Platte ohne jegliche Unterkonstruktion in den Waagen legen. Die Struktur und das Gewicht einer Multiplexplatte garantiert eine durchgehend, ebene Fläche. Allerdings wäre es ratsam, sich an späteren Befestigungspunkten für Möbel und Sitzbank eine Unterkonstruktion vorzubereiten und vorab zu verkleben, um an diesen Stellen kein Zusammenziehen oder Verformen der Bodenplatte zu erzeugen. Der seitliche und hintere Einstiegsbereich sollte in jedem Fall unterfüttert werden, da sich hier schnell die Platte niedertritt.

Empfehlung*

 
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Clou KF-Holzbeize
Beize zum Färben von Holzoberflächen – überlackierbar mit lösemittelhaltigen Holzlacken. Eine gebrauchsfertige, lichtechte, farbstoffhaltig Beize auf Wasserbasis mit guter Tiefenwirkung für alle Weich- und Harthölzer geeignet.
Farbe: orange braun

 
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Clou Holzsiegel
Äußerst strapazierfähiger Lack für Holzoberflächen, auch im Außenbereich. Der Lack ist beständig gegen Wasser, Öl, Fett und Alkohol und damit ideal für hoch beanspruchte Flächen wie Treppen, Parkett, Tischplatten, Türen, Sitzmöbel und Spielzeuge. Speichel- und Schweißfest

 
Bulliausbau Innenraum - Isolierung und Unterkonstruktion der Bodenplatte
Der Boden mit Unterkonstruktion und Isolierung
Bulliausbau Innenraum - Die fertige Bodenplatte
Die fertig verlegte Bodenplatte

In meinem Fall habe ich mit Einzelteilen gearbeitet, da sich die Besorgung einer ganzen Platte im Moment schwierig gestaltete. Um eine passgenaue Oberfläche zu bekommen, wurden alle Teile mit „Fische“ verbunden und verleimt. Die Ansatzkanten selbst habe ich im Auto dann unterfüttert, um eine gerade Auflage zu haben.

Das Handling der einzelnen Plattenstücke war natürlich für eine Person angenehmer, als wenn man mit einer gesamten Platte hantieren muss. Zu guter Letzt wird die Platte noch mit einigen Schrauben am Fahrzeugboden fixiert. Achtung: Genau schauen, wo Du die Platte verschraubst, vorne links hängt Dein Tank und hinten Dein Reserverad, was auch keine Spax-Schrauben im Gummi verträgt! 😉

Ab hier wird es kreativ!

Bis hier hin gleicht sich der Einbau der Bodenplatte. Ab jetzt kannst Du kreativ werden. Die Beschichtung der Bodenplatte kann so verschieden sein, wie es dafür Möglichkeiten gibt. Dies ist also letztlich eine reine Geschmacksfrage. Die klassische Form ist ein PVC-Belag. Der Vorteil hierbei ist natürlich eine schnelle Reinigung sowie die wasserabweisende Beschaffenheit des Materials.

Nagelkralle

Nut-Feder-Profil Nagelkrallen
Zum verdeckten Befestigen von Profilhölzern. Geeignet für Druckluftnagler oder zum Schrauben. Material: Stahl verzinkt

Bulliausbau Innenraum - Das verkleben des PVC-Belages
Vollflächige Verklebung des PVC-Belages
Bulliausbau Innenraum - Der fertig verlegte und verklebte PVC-Belag
Mein PVC-Belag, zugeschnitten und verklebt

Viele verkleben ihn allerdings nur mit beidseitigem Klebeband. Davon würde ich an dieser Stelle abraten. Zu schnelle entstehen offene Stellen oder Schraubenlöcher in die Wasser entringen kann und die Bodenplatte mit der Zeit angreift. Hitze im Auto ist auch ein Feind dieser Klebebänder, wir reden hier gerne mal von 50 C⁰+ im Sommer! Daher den PVC-Belag immer vollflächig verkleben.

Kleine Orientierung zu den Mengen und dem Gewicht

Die Decke: Insgesamt sind es 2,53qm² Holz geworden, oder 14 Bretter zu 2,20 m á 89 mm Breite. Die reine Decke mit Farbe und Lack wiegt 12,5 kg.
Die Bodenplatte: In meinem Fall hat sie 3,4qm² mit einem Gewicht von 26 kg.
Der PVC-Belag: Auch die 3,4qm² bei 4,7 kg Gesamtgewicht. 
Die alten Verkleidungsteile der Caravelle inklusive Bespannstoff ca. 21,5 kg. Das ist aber nur eine vorsichtige Schätzung, da ich nur einzelne Teile gewogen habe.
Dazu kommen noch div. Holzstreifen für die Unterfütterung der Bodenplatte, die Spanten im Dach und Aluwinkel in den Einstiegsbereichen.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Werbelinks, gezeichnet mit einem (*).

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