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Die Rakotzbrücke in Kromlau

Lesestoff für 6 Minuten

Die Rakotzbrücke in Kromlau

Lesestoff für 6 Minuten

Bei grandiosen Temperaturen an diesen letzten schönen Spätsommertagen ging es noch einmal auf eine spannenden Photo-Walk in den Südosten der Republik. Die Fahrt führte nach Kromlau auf der Suche nach einer atemberaubenden Devil´s Bridge, der Rakotzbrücke.

Inhaltsverzeichnis

Die Orgel

Die Rakotzbrücke in Kromlau

Für eine Brücke durch die halbe Republik wirst Du Dich fragen? Nun, für diese lautet die Antwort: Ja! Nicht weniger, weil es eine der interessantesten Teufelsbrücke in Deutschland ist. Denn speziell Brücken mit diesem Label sind immer ein Garant für etwas Spektakuläres.

Aber was ist so besonders an diesen “Teufelsbrücken”? Dazu einen kleinen Ausflug in die Sagenwelt. Speziell der Brückenbau gehört seit der Antike zu den schwierigsten und meist bewunderten technischen Herausforderungen eines Baumeisters.

Die außergewöhnlichen Leistungen, die sie dabei erbrachten, stießen bei allerlei abergläubischen Figuren ganz gerne mal unter Verdacht, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zu gehen kann. Es also sprichwörtlich mit dem Teufel zugehen musste, um solch ein Bauwerk zu erschaffen.

Man erzählte sich, dass die jeweiligen Baumeister ein Packt mit dem Teufel geschlossen hätten, um dieses Wunderwerk zu vollbringen. Als Gegenleistung forderte der Teufel eine menschliche Seele, genau genommen die Erst, die die Brücke nach ihrer Fertigstellung überquert.

Bei vielen Bauprojekten sollten es die Baumeister selbst sein, um den Beweis anzutreten, dass ihr Werk Bestand hat. Um nun ihrem Schicksal zu entgehen, schickte die findigen Baumeister zuerst ein Hahn oder eine Ziege über die neue Brücke und schlug dem Teufel so ein Schnippchen.

Blick auf die Freitreppe
Das Herkules-Denkmal

Gartenkunst des 19. Jahrhunderts

Mal abgesehen von den mittelalterlichen Schauergeschichten findest Du in Kromlau die Inszenierung einer dramatischen Naturkulisse mit eruptiven Elementen vor, welche bis heute als einzigartiges Artefakt der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts gilt.

Herrmann Friedrich Roetschke, seines Zeichens deutscher Großgrund- und Rittergutsbesitzer, schuf das gesamte Ensemble in der Zeit zwischen 1866 und 1875. Inspiriert vom riesigen Branitzer Park des Fürst Pückler, aber entgegen der üblichen Landschaftsparkgestaltung des frühen 19. Jahrhundert entsteht mit der romantischen Bildszenerien am Kromlauer Rakotzsee ein ganz eigenes, kreatives Gesamtwerk.

Neben dem Highlight, der ca. 20 m freispannenden Bogenbrücke, entstehen spezielle um den Rakotzsee weitere Skulpturen sowie Architekturen wie die “Orgel”, das Herkules-Denkmal und die Freitreppe. In der fast zehnjährigen Bauzeit wurden Mengen von Basaltstein aus Steinbrüchen der Sächsischen Schweiz nach Kromlau verfrachtet und verarbeitet.

Aus photographischer Sicht

Die photographisch interessanten Motive findest Du in Kromlau sehr konzentriert, rund um den Rakotzsee. Auf der ca. 3 km langen Umrundung des Sees offenbaren sich die Basaltskulpturen aus den verschiedensten Blickwinkeln.

Problematisch bei einer Phototour wird die Attraktivität dieses Ortes. Zu den meisten Zeiten im Jahr wirst Du hier nicht allein sein mit den Motiven. Speziell zur Blütezeit des Rhododendron im Frühjahr erwartet Kromlau an die 30.000 Besucher. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, was das für ein Getümmel rund um den See wird.

An der Stirnseite des Sees gibt es nur einen kleinen Aussichtspunkt, von dem Du die Brücke frontal aufnehmen kannst und sie ihr wahres Geheimnis offenbart. Und irgendwie möchte hier jeder sein Bild oder Selfie machen, der nach Kromlau kommt. Hier heißt es dann so schön nach alter DDR-Mani: “Bitte warten, sie werden platziert!”

Der Park mit seinen insgesamt 200 ha bietet neben reine Landschaftsaufnahme er wenig interessante Motive. Vereinzelt findest Du einige Skulpturen, verteilt an den weitläufigen Wegen. Und überall wo das Auge hinschaut Rhododendronbüsche in all seine Facetten. Sehenswert wird sicherlich auch noch das Schloss Kromlau sein, was ich zu dieser Tour nicht explizit besucht habe.

Ein kleiner Spaziergang auf den unzähligen Wegen im Park lohnt sich dennoch, um einfach nach der “Touristenschlacht” am See etwas herunterzukommen und die Ruhe der Natur zu tanken.

Das Geheimnis der Rakotzbrücke: Mit ihrem Spiegelbild im Wasser formt die Brücke
einen perfekten Kreis. Bei ruhigem Wasser kommt dieser Effekt erst richtig zu Geltung.
Auf dem Campingplatz “Badesee Kromlau”

Für eine Nacht?

Besuchst Du den Park in Kromlau findest Du direkt am Parkeingang an der Haltendorfer Straße, Richtung Gablenz einen gebührenpflichtigen Parkplatz, den Du sowohl stundenweise als auch für den Tag nutzen kannst.

Von hier sind es knapp einen Kilometer bis zum Rakotzsee und zur Brücke. Die reine Tour um den See solltest Du mit dem angebotenen 3-Stunden-Ticket locker schaffen.

Wenn Du allerdings länger verweilen möchtest oder sogar über Nacht bleibst, so wie in meinem Fall, bietet sich u.a. der Campingplatz “Badesee Kromlau” (51.54388, 14.62775) an. Direkt bei Kormlau gelegen, nur unweit vom Spot entfernt. Man kann von hier aus zu Fuß oder per Fahrrad – wenn man denn eins dabei hat – seine Entdeckungs- und Phototour starten.

Jetzt in den Spätsommertagen war es kein Problem noch kurzfristig für die Nacht unterzukommen. Du findest aber auch problemlos einige Freistehplätze in der Nähe.

Unterm Strich

Meistens kommt die Frage auf: “Hat sich dieser ganze Aufwand gelohnt?”. Die Beantwortung muss man allerdings etwas differenzierter betrachten. Ich mache solche Touren ja nicht aus reinem Vergnügen sondert besuche gezielt solche Spots, weil sie ein sehenswertes und photographisch Sujet bieten. Und aus diesem Blickwinkel hat sich die Tour gelohnt, den allein die Brücke war es wert herzukommen.

Auf der anderen Seite: Was spricht für einen kleinen Wochenendausflug, bei dem man einfach mal aus seinem gewohnten Trott herauskommt und seiner Leidenschaften nachgehen kann?

In diesem Sinne, erfolgreiche Photojagt!

Allgegenwärtig der Rhododendron
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