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Die Ruine der Wanzkaer Mühle

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Die Ruine der Wanzkaer Mühle

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Es wurde dringend mal wieder Zeit nach Draußen zu kommen. Laut deutschen Wetterdienst beschert uns gerade ein kleines Zwischenhoch ein paar angenehme und sonnige Tage.

Nach den letzten sehr stürmischen Wochen die beste Gelegenheit für einen kleinen Photowalk. Gleich bei mir „um die Ecke“ gab es noch eine alte Ruine zu entdecken, die ehemalige Wanzkaer Mühle.

Inhaltsverzeichnis

Der Nonnenbach mit Wildbachcharakter

Südlich meiner Base, in Richtung Neustrelitz, erstreckt sich das Naturschutzgebiet Nonnenbachtal.

Namensgeber ist der kleine Nonnenbach, der sich aus dem Wanzkaer See ergießt und seinen Weg bis hoch in den Tollensesee bei Neubrandenburg sucht.

Blick auf den Nonnenbach in Richtung Wanzkaer Mühle

Seit der letzten Eiszeit hat sich der Wasserlauf erosiv, streckenweise 10 – 20 Meter tief, in die Landschaft gegraben. Der Nonnenbach durchbricht die Randmoräne unter Bildung eines Kerbtales und weist in diesen Abschnitten einen Wildbachcharakter auf. Das gesamte Gefälle auf ca. 5 km Lauflänge beträgt 44 Meter.

Aus historischer wie auch geologischer Sicht beste Voraussetzungen für den Betrieb von Wassermühlen.

Die Mühlen am Zachower Forsthaus und einer weiteren Pulvermühle sind nicht mehr erhalten, einzig von der Wanzkaer Mühle existierten noch Ruinenreste, die auf die ehemalige Bedeutung in dieser Gegend schließen lassen.

Zisterzienserinnenkloster Wanzka

Der Ort Wanzka ist mehr durch sein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster bekannt, was bereits um 1290 von Marktgraf Albrecht III von Brandenburg beurkundet wurde.

Über die Jahre traten viele unverheiratete Töchter des hohen Adels in das Kloster ein, neben Bertradis (1239), Margaret von Schwaben (1330) und schließlich im 15. Jahrhundert Engelradis von Lübeck war wohl eine der bekanntesten Anna, Tochter von Herzog Ulrich 1. von Mecklenburg.

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster in Wanzka

Nach der Reformation kam das Kloster 1545 unter weltliche Verwaltung. In diese Zeit datiert auch die Entstehung der Wanzkaer Mühle, die ihren Betrieb als Getreidemühle aufnahm.

Neben dem Korn produzierten die umliegenden Mühlen auch Öl und Pulver, was wahrscheinlich zum Wohlstand des Klosters, neben den reichlichen Besitzungen, beitrug.

Die idyllische Lage der Wanzker Mühle zwischen den Hügeln des Zechow, dem Wanzkaer See und dem romantischen Nonnenbachtal machte sie bereits vor dem zweiten Weltkrieg zu einem beliebten Ausflugsziel.

Zum Ende der Zweiten Weltkriegs 1945 wurde die Anlage völlig zerstört und auch nicht mehr in seiner Ursprungsform aufgebaut. Ein teilweise genutzter Weiterbetrieb diente in den 50er Jahre nur der reinen Energiegewinnung.

Die Reste der alten Wanzkaer Mühle

Nach dem Abschneiden von schlesischer und westdeutscher Kohle aus dem Ruhrgebiet besann man sich in der jungen DDR auf die eigenen Ressourcen.

Ab 1955 verfolgte man Pläne zum Bau eines Wasserkraftwerkes am Standort Wanzka, was letztlich um 1975 mangels fehlender Mittel wieder aufgegeben wurde.

Seit diesem Zeitpunkt sind die Reste der Mühle sowie nachträglich errichtete Stauanlagen dem Zerfall preisgegeben und die Natur erobert sich langsam das gesamte Terrain zurück.

Die Ruine der Wanzkaer Mühle

Mittlerweile ist das Nonnenbachtal wieder zu einem beliebten Ausflugs- und Wandergebiet geworden. Der Standort Wanzkaer Mühle liegt direkt an der Landstraße 34 zwischen Blumenholz und dem Dorf Wanzka.

An der Nonnenbach Überführung findet man einen kleinen Parkplatz, den auch ich als Ausgangspunkt meiner kleinen Tour nutzte.

Ab hier geht es zu Fuß weiter, hinein in das Naturschutzgebiet Nonnenbachtal. Von den Wanderwegen war nicht viel zu erkennen nach den reichlichen Regengüssen der letzten Tage und Wochen. Alles versank in einer einzigen Schlammwüste.

Die noch stehenden Mauern von Hinten betrachtet

Neben der neu gebauten Überführung stößt man auf die ersten Anzeichen einstiger Besiedlung, die alte Brücke über den Nonnenbach.

Ein, aus alten Feldsteinen erbauter Rundbogen, verbindet die beiden Ufer des Wildbaches. Weiter geht es ca. einen Kilometer am Bachlauf entlang zur alten Ruine der Wanzker Mühle.

Auf dem ganzen Weg begleiten mich die Spuren der Zerstörung. Orkantief „Zeynep“ und „Antonia“ haben auch hier „ganze Arbeit“ geleistet.

Teilweise sind regelrechte Schneisen in die Waldlandschaft gerissen worden. Bäume sind einfach entwurzelt, der stark aufgeweichte Boden hat da wahrscheinlich sein Übriges getan.

Die alte Überführung über den Nonnenbach

Auf der Suche nach Motiven

Der erste Eindruck, nähert man sich der alten Mühlenruine, ist dann er unspektakulär. Ein relativ modern wirkendes Sperrwerk staut hier den Bachlauf. Im Hintergrund ein altes Mauerwerk, was vereinzelte Fenster erkennen lässt.

Blick auf das ehemalige Haupthaus der Mühle

Die zuvor ruhige Geräuschkulisse des Waldes wird jetzt abgelöst von einem tosenden Wasserrausche. An den Mauern des Sperrwerkes angekommen, offenbart sich erst der Blick auf die ehemalige Mühlenanlage.

Der Bach fällt hier gut 10 Meter in die Tiefe. Jetzt offenbart sich auch die volle Höhe der verbliebenen Mauer und lässt ansatzweise die Dimension des einstigen Mühlengebäudes erahnen.

Auf der anderen Seite sind nur noch die Grundrisse weiterer Gebäude zu erkennen. Überall verteil liegen natürliche Feldsteine und modernere Ziegel die bereits mit Moos überwachsen sind.

Einzig der solide Betonguss des Sperrwerkes stemmt sich noch den Wassergewalten entgegen.

Das aktuelle Sperrwerk

Ich kämpfe mich durch das umliegende Unterholz für ein paar spektakuläre Aufnahmen. Die sehr feuchten, moosbedeckten Steine machen dies nicht gerade einfacher.

Auch auf der Gegenseite, hinter der großen Seitenwand, ein ähnliches Bild. Einige Steinmauern lassen Spekulationen aufkommen über die zahlreichen Nebengebäude oder Räume der Mühle.

Tiefster Dschungel hinter der Mühlenanlage

Immer wieder versperren umgestürzte Bäume den Weg. Es ist recht mühselig, sich durch diesen Dschungel zu kämpfen. Fokus der Aufnahmen ist immer wieder die geballte Wasserkraft aus immer neuen Blickwinkeln.

Viel mehr ist aus fototechnischer Sicht, neben ein paar Landschaftaufnahmen, aber nicht rauszuholen.

Hier waren wohl schon einige “Hobby Archäologen” am Werk…?

Unterm Strich …

Auch wenn die Photoausbeute für dieses Mal recht übersichtlich war, so war es doch mal wieder ein erstklassiger Ausflug zu einem fesselnden und nebenbei historisch, interessanten Lost Place. Quasi ein Stück Heimatkunde!

Aber auch ohne Kamera ist dieser Standort und das gesamte Nonnenbachtal ein lohnenswertes Ausflugs- und Wanderziel. Vielleicht nicht gerade zu dieser Jahreszeit, aber für die wärmeren Tage würde ich es durchaus im Auge behalten. In diesem Sinne …

Quellen: Wikipedia und verschiedene Gemeindeseiten

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