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Mit den kürzer werdenden Tagen Ende Oktober nutzte ich noch einmal die Chance an meinen Yoga-Skills zu arbeiten. Das Yoga Herbst Retreat von Sivananda Yoga stand an und war hierfür die perfekte Wahl.

Anders als bei meinem letzten Besuch ging es diesmal in das Seminarhaus „Breitenteicher Mühle” nahe Angermünde in Brandenburg.

Einer festen Yoga-Routine

Ich muss gestehen, was die lebensbereichernde Etablierung einer festen Yoga-Routine in meinen Alltag angeht, so stehe ich hier immer noch ziemlich am Anfang dieser Reise! Unter Routine verstehe ich jetzt nicht nur eine paar Termine für die Yoga-Übungen (Asanas) pro Woche einzuplanen. Nein, es geht vielmehr auch darum, weitere Aspekte dieser gesamten Philosophie in meinen Lebensalltag zu integrieren. Yoga ist soviel mehr als die immer nur nach außen propagierten Asanas.

Sicherlich sind sie ein Anfang, möchte man mehr auf sich und seinen Körper achten. Sie sind aber nur die halbe Miete, wenn überhaupt. Genau genommen sind sie nur der körperliche Aspekt in der Yoga-Lehre. Um einen tiefgreifenden und vollumfänglichen Nutzen aus dem Yoga ziehen zu können, sollte man sich aber auch den anderen Bereichen näher – und sei es auch nur in kleinen Schritten.

Das Yoga Herbst Retreat ist daher eine gute Gelegenheit, für eine kurze, intensive Zeit sich dieser gesamtheitliche Yoga-Lehre gewahr zu werden. In diesen Tagen tauchst Du zu 100 % in den Yogi-Alltag ein, während Dein klassischer Alltag einfach mal draußen bleibt.

Der streng geregelter Tagesablauf fokussiert Dich auf das Wesentliche. Das, was für den Moment wichtig ist. Somit ergibt sich für einen Moment die Gelegenheit, einen Abstand von den täglichen Befindlichkeiten zu gewinnen. Den sprichwörtlichen „Schritt zurück machen“, um alles aus einer weiteren, neuen Perspektive zu sehen.

Wie sich so ein ganzheitlicher Yoga Tag auf einem Retreat gestaltet, hatte ich Dir ja bereits in diesem Artikel ausführlich berichtet.

Seminarhaus Breitenteicher Mühle

Unabhängig meiner eigenen Motivation ist es auch immer wieder inspirierend, neue Leute und Orte durch so ein Retreat kennenzulernen. Anders als zuvor war für das Yoga Herbst Retreat die Breitenteicher Mühle als Veranstaltungsort vorgesehen. Dieser „versteckt“ sich, direkt am kleinen Fluss Welse im Naturschutzgebiet am Rande des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin.

Meine Anfahrt gestaltete sich dieses Mal auch nicht ganz so chaotisch wie beim letzten Mal. Wobei ich doch auf dem letzten Kilometer etwas ins Grübeln kam, ob ich noch auf dem rechten Weg sei.
Ortsausgang Welsow, von hier sollte es eigentlich nicht mehr allzu weit sein. Ein alter Betonplattenweg endete mitten auf einem Feld, zur linken einige verlassene Stallungen, zur rechten eine lange Baumallee, die augenscheinlich nur zwei Felder zu trennen schien.

Tatsächlich verbarg sich hier auch noch ein schmaler, ausgewaschener Feldweg, den man in der Dunkelheit gar nicht wahr nahm. Dies musste also der letzte Kilometer sein, anders wäre das in der Ferne zu sehende Wäldchen auch gar nicht erreichbar.

Und tatsächlich, der Weg endete direkt an einem kleinen Sperrwerk. Vom Seminarhaus war von hier noch immer nichts zu sehen. Erst auf der Brücke stehend zeichneten sich Umrisse eines Hauses inmitten der ganzen Bäume und einer kargen Beleuchtung ab.

Breitenteicher Mühle bei Nacht
Zu später Stunde ein erster Blick auf die Mühle

Eine alte Mühle im neuen Glanz

Meine späte Ankunft an diesem Tag fiel in den abendlichen Satsang, den ich natürlich nicht stören wollte. Somit blieb ausreichend Zeit, meine Sachen vom Auto heranzuschaffen und mich auf dem Zimmer einzurichten. Und das hieß für heute eigentlich nur noch schlafen, den der morgige Tag würde wieder früh starten.

Der Seminarraum

Am späten Vormittag, nach den ersten Asanas dieses Tages, ergab sich ein erstes, freies Zeitfenster, um einen genaueren Blick auf und in das Seminarhaus zu werfen. Zentraler Bereich des Mühlenhauses war natürlich der Seminarsaal in zweiten Obergeschoss. Dieser erstreckte sich über die gesamte Fläche des Gebäudes. Hier trafen wir uns für den Satsang, die Asanas und nicht zuletzt für inspirierende Gespräche.

Die obere Etage beherbergt einen Großteil der Zimmer sowie einen Sanitärbereich. Das Erdgeschoss hingegen hatte sich ganz dem Kulinarischen verschrieben. Neben dem lichtdurchfluteten Essenraum inklusive Küche befand sich hier auch ein abgetrennter Bereich, der einen Blick auf das alte Mühlenwerk erlaubte (sozusagen ein kleines Museum).

Das restaurierte Ständerwerk der alten Mühle sowie ausgesuchte antike Möbelstücke verliehen dem gesamten Raum einen warmen, retro modernen Charme. Eine Spur gemütlicher wurde es spätestens in den Abendstunden, wenn im Kamin die Flammen aufflackerten.

Die Breitenteicher Mühle, Veranstaltungsort des diesjährigen Yoga Herbst Retreat
Der Hof am nächsten Morgen …
Im Treppenhaus …

Kulinarische Köstlichkeiten auf dem Yoga Herbst Retreat

Um es vorwegzunehmen, die Küche auf diesem Retreat war diesmal das wirkliche Highlight! Ich bin wahrlich nicht der 100%ige Veganer, was nicht heißt, dass ich mich gänzlich dieser köstlichen Vielfältigkeit verwehre. Ganz im Gegenteil, sind das doch die besten Gelegenheiten auch mal kulinarisch seinen Horizont zu erweitern.

Zu unseren Essenszeiten verwöhnte uns die Küche immer mit einem üppig angerichteten kalt/warmen Büfett, bestehend aus allerhand regional, vegetarischen Kreationen. Jede für sich auf den Punkt gekocht und abgeschmeckt und in Kombination eine ganz neue Geschmackserfahrung. Dazu kam immer frisch aus dem Ofen, gebackenes Brot oder auch mal einen Kuchen zur Nachmittagsstunde.

Auszug aus der Speisekarte …

Süßkartoffel, Broccoli gedämpft, Ofen Fenchel & Zitrone, Safransoße, Gelbe Beete Granatapfel Spinatsalat, Zucchini Cremesuppe, Mung Dal, Mandel Rosinen Reis, Spinat Paneer, Samosas, Hirsegrieß (Birne & Dattel), …

Ein krönender Abschluss

In den Nachmittagsstunden ging es immer an die frische Luft auf einem kleinen Spaziergang in die nähere Umgebung. Somit ergab sich die Gelegenheit, neben der umliegenden Landschaft auch die etwas versteckten Annehmlichkeiten des Hofes zu entdecken.

Und das war in diesem Fall eine Sauna, genaugenommen eine sehr interessante, teils unter freiem Himmel liegende Variante. Mein letzter richtiger Saunabesuch ist mittlerweile auch schon wieder sehr lange her. Daher brauchte es auch keiner weiteren Überredungen, für den Sonntag nach dem eigentlichen Retreat, noch einen schweißtreibenden Gang einzuplanen. Es wurde dann der krönende Abschluss für dieses Wochenende.

Ein ausrangierter Zirkuswagen wurde hier auf dem Hof zu einer kompakten Saunalandschaft. Im Inneren eine geräumige vier Personen Sauna, eine Dusche sowie ein riesige „Spielwiese“ mit Kamin für die Ruhephasen zwischen den Saunagängen. Abgehärtet wird sich natürlich im Tauchbottich an der frischen Luft. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das bei Schnee noch dreimal interessanter ist!

Der Saunawagen …

Unterm Strich

Betrachtet man es einfach mal aus dem Blickwinkel, ein paar Tage nicht seinem gewohnten Schemmel nachgegangen zu sein, so war dieser kleine „Urlaub“ wiedermal die perfekte Gelegenheit aus dem trüben Alltagsleben auszubrechen.

Und letztlich auch eine weitere, interessante Etappe auf der Reise vom Kopf zum Herzen. Denn, nur wenn die Gedanken ausgeschalten sind, kann man seine Selbst-zu-frieden-heit finden!

In diesem Sinne…

„Wer einmal sich selbst gefunden hat, kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.“

Stefan Zweig
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